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Der Kreis schließt sich: Der erste Porsche Le-Mans-Klassensieger kehrt zurück in seine spirituelle Heimat

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24 Stunden von Le Mans

Der Porsche 356 SL holte 1951 den ersten Klassensieg des Herstellers bei den 24 Stunden von Le Mans. 75 Jahre später kehrte das Auto anlässlich des Jubiläums an diesen prestigeträchtigen Ort zurück.

Cameron Healy liebte den Porsche 356 SL von dem Moment an, als er ihn 1993 bei den Monterey Historic Races sah. Damals sah er allerdings noch etwas anders aus.

Rot lackiert und ohne Dach wurde das Auto, über das er damals stolperte, als Gmünd von 1949 präsentiert. Healy fühlte sich "einfach davon angezogen und war fasziniert."

Über die Jahre bewunderte er das Auto aus der Ferne und ließ sich sogar vom Vater seines guten Freundes Rod Emory etwas bauen, das ähnlich aussah. 2009 wandte er sich an den Besitzer des Autos, Chuck Forge, zögerte jedoch, nach einem Kauf des Fahrzeugs zu fragen.

Leider verstarb Forge drei Wochen später, und sein Nachlass kam zur Auktion. Auf diesem Weg konnten Healy und Emory das Auto im März 2010 erwerben und mit der Restaurierung beginnen.

Healy ist Unternehmer und Porsche-Sammler, während Emory ein leidenschaftlicher Restaurator und Spezialist für die Individualisierung historischer Porsche-Fahrzeuge ist.

In dieser Zeit kamen erstmals Hinweise ans Licht, die auf die wahre Herkunft des Autos hindeuteten: Es handelte sich um den ersten Porsche, der bei den 24 Stunden von Le Mans einen Klassensieg erzielte.

Das Rätsel lösen: Die Identifizierung des Autos

Es gab viele Hinweise auf das einzigartige Erbe des Autos, doch der Schlüssel zur Identifizierung des echten Le-Mans-Klassensiegers lag in einem winzigen Detail: den in die Karosserie eingravierten Seriennummern.

Für die 24 Stunden von Le Mans 1951 waren vier Fahrzeuge vorbereitet worden: 054 und 055 wurden beim Karosseriebauer Dannenhauer in Stuttgart aufgebaut, 056 und 063 bei Reutter.

Physische Unterschiede, etwa die einzigartigen Vertiefungen für die Türgriffe, grenzten das Chassis auf eines der beiden Reutter-Autos ein. Als der Lack entfernt wurde, offenbarte sich schließlich seine wahre Geschichte.

Tatsächlich trug ihr Chassis beide Seriennummern, weil eines der Autos vor dem Rennen verunfallt war und die Nummer neu eingeschlagen wurde. Bei Rennfahrzeugen war das damals eine gängige Praxis, um sicherzustellen, dass immer ein Auto rennbereit war, selbst wenn es mit dem anderen einen Zwischenfall gab.

Emory bezeichnete diesen Durchbruch als "einen Moment, der alles verändert hat" - er bestätigte, dass ihr Auto der Le-Mans-Sieger war, der die Nummer 356/2-063 trug.

Emory sagte: "Wir hatten all diese Zeit damit verbracht, alles zu durchforsten und herauszufinden, was Sache ist. Dann gab es diesen Moment, als ich die Chassisnummer gereinigt habe. Während ich sie sauber machte, konnte man dahinter die Fünf-Sechs erkennen. Das war wirklich ein Wow-Moment.”

“Ich habe Cameron angerufen, denn ich war mit dem Mann dort, der den Motor vorbereitete. Er war dabei, als ich die Stelle reinigte. Ich rief Cameron an und sagte: ‘Du wirst es nicht glauben, aber dieses Auto hat tatsächlich eine andere Chassisnummer’."

Er ergänzte: "Das war wirklich eines dieser Puzzleteile in der Zeitachse unserer Nachforschungen, das vieles zusammengebracht hat, denn es gab so viele kleine physische Merkmale an dem Auto, die anders waren.”

"Cameron und ich haben uns all diese Dinge angesehen, um genügend Belege und Daten zusammenzutragen, damit wir feststellen konnten, ob es wirklich dieses Auto war.”

"Wir wussten schon, bevor wir die Chassisnummer gereinigt hatten, dass es auf jeden Fall eines der Reutter-Autos war. Als ich sie dann säuberte, wussten wir: Es ist tatsächlich eine Verbindung der beiden Reutter-Autos.

Nachdem sie Beweise dafür gesammelt hatten, dass ihr Auto der originale Le-Mans-Sieger war, brachten die beiden das Fahrzeug 2011 in eine Werkstatt in Kalifornien, um mit der Restaurierung zu beginnen.

Sie fertigten umfangreiche Scans des Autos an und frästen ein Schaumstoffmodell in Originalgröße, um sich vorstellen zu können, wie es aussehen würde, wenn das vor langer Zeit entfernte Dach wieder angebracht wäre.

Bevor sie jedoch die lange Reise der Restaurierung begannen, wollten sie sich von Porsche bestätigen lassen, dass es sich wirklich um das echte Auto handelte.

Das Team identifizierte 14 Merkmale, die ihre These stützten. Nach dreieinhalb Jahren Arbeit präsentierte es Porsche seine Ergebnisse.

Die Wiedergeburt des originalen Porsche 356 SL

Bis März 2015 hatten Healy und Emory riesige Ordner mit Material vorbereitet und sie dem Regisseur und Rennfahrer Jeff Zwart übergeben, der sie an Porsche weiterleitete.

Einen Monat später erhielten sie die Antwort: Es war das richtige Auto. Healy sagte, das sei "ein riesiger Moment für uns" gewesen. Doch dann kam die nächste Herausforderung: Porsche wollte das Fahrzeug bei der Rennsport Reunion desselben Jahres ausstellen, nur rund fünf Monate später.

Emory machte sich an die Arbeit und setzte Dach, Motor und Getriebe wieder ein, um das Auto für die größte Porsche-Veranstaltung Nordamerikas vorzubereiten. Das Team entschied sich dafür, die Startnummern auf dem blanken Metall nur schemenhaft sichtbar zu machen.

Der Moment, in dem das legendäre Auto herausgerollt wurde, um auf dem Erinnerungsfoto der Veranstaltung die Hauptrolle einzunehmen, war "ein sehr emotionaler Moment".

Emory sagte: "Wir waren das letzte Auto, das für das Foto aufgestellt wurde. Man sagte uns, wir sollten im Fahrerlager warten, danach schoben wir das Auto durch drei Kurven, bergauf und bergab, ohne Bremsen.”

"Als wir um die Ecke kamen, wartete dort diese ganze Porsche-Gruppe wie auf eine Königin."

Der nächste Schritt war die Präsentation des Autos beim Pebble Beach Concours d’Elegance 2016. Zunächst musste jedoch die Restaurierung abgeschlossen werden.

Details wie die Polsterung wurden mit Hilfe des Porsche Museums fertiggestellt, das Emory das originale Buch mit Reutter-Mustern auslieh, die auch beim ursprünglichen Auto verwendet worden waren. Um den richtigen Farbton zu finden, scannten die beiden ein Originalteil, das einem belgischen Sammler gehörte, und entwickelten daraus das perfekte Le-Mans-Silber.

Akribische Arbeit sorgte dafür, dass jedes kleine Detail genauso ist, wie es damals gewesen sein sollte – Feilspuren, Unvollkommenheiten und alles, was dazugehört.

Zurück nach Hause: Das Auto kehrt nach Le Mans zurück

Die Rückkehr des Autos an seine spirituelle Heimat am Circuit de la Sarthe war das letzte Puzzleteil. 2023 kehrte der Porsche 356 SL nach 72 Jahren nach Hause zurück. Healy nahm exakt jene Route, die das Auto auf seiner ursprünglichen Reise nach Le Mans genommen hätte, und machte sich von Stuttgart in Richtung La Sarthe auf, um 75 Jahre Porsche-Sportwagen und 100 Jahre Le Mans zu würdigen.

In diesem Jahr kam das Auto zur Feier von 75 Jahren Porsche Motorsport erneut nach Hause und erhielt im Herzen des Porsche Experience Centre einen Ehrenplatz.

Bei der Veranstaltung sagte Emory: "Für mich ist es ein Gefühl der Ruhe, hierherzukommen und zu sehen, wie sehr alle das Auto lieben und schätzen und wie sehr Porsche und alle anderen dieses Auto feiern. Das ist es. Das Auto bekommt 75 Jahre später endlich die Anerkennung, die es wirklich verdient."

"Für mich musste genau das passieren, denn meiner Meinung nach ist dies einer der fünf bedeutendsten Porsche aller Zeiten."

Healy ergänzte: "Wir wussten, welche Tragweite das hatte, womit wir es zu tun hatten, und was es bedeuten würde, wenn wir es beweisen könnten. Für die Marke Porsche war das eine große Sache, und all das waren einzelne Schritte.”

"Die Rennsport Reunion 2015 war ein wichtiger Schritt. Aber das Auto 2023 zurück nach Europa zu bringen, wo es 72 Jahre lang nicht mehr zu sehen gewesen war, war eine große Sache. Und es bereitete den Weg für diese Veranstaltung, weil es vielen Menschen die Augen geöffnet hat.”

"Wir hatten dabei eine gute Zusammenarbeit mit Porsche. Als sie das 75-jährige Jubiläum von Porsche Motorsport feiern wollten, sagten sie: Wir wissen, dass das Auto in den USA ist, aber wir möchten es wirklich haben, wir brauchen es. Da haben wir gesagt: kein Problem."

Und so steht der originale Le-Mans-Klassensieger nun an prominenter Stelle im Herzen der Feierlichkeiten - exakt so restauriert, wie er an jenem schicksalhaften Tag im Jahr 1951 aussah, der 75 Jahre Geschichte in Gang setzte.

Cameron Healy und Rod Emory haben das Projekt in einem Buch dokumentiert: 46: The Birth of Porsche Motorsport. Ein Exemplar kann man hier kaufen.

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* Soweit die Verbrauchs- und Emissionswerte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat usw.) können relevante Fahrzeugparameter wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoff-/Stromverbrauch, die CO2-Emissionen, die Reichweite und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

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