Porsche-Antriebe dominierten das Rennen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2025/26 in Sanya und belegten sämtliche Podestplätze.
Während dem Werksteam am Ende das Glück fehlte, obwohl es mitten im Kampf um den Sieg lag, erlebten die Porsche-Kundenteams einen äußerst erfolgreichen Tag bei der Rückkehr der Serie auf diese Strecke.
Die Andretti-Fahrer Jake Dennis und Felipe Drugovich verwandelten ihre Startplätze eins und zwei im Rennen in einen Doppelsieg, auch wenn der Weg dorthin deutlich weniger geradlinig verlief, als es das Ergebnis vermuten lässt.
Leider warf Drugovich eine nachträgliche Zeitstrafe von fünf Sekunden für eine Kollision mit Wehrlein auf den fünften Platz zurück.
Pepe Martí arbeitete sich vom Ende des Feldes nach vorn und komplettierte als Dritter für Cupra Kiro das Podium, rückte nach der Strafe für Drugovich auf Platz 2 vor.
Eine Strafe warf Werksfahrer Pascal Wehrlein zwar aus den Punkterängen, doch er war bei Weitem nicht der einzige Titelkandidat, der mit Problemen zu kämpfen hatte. Daher bleibt er weiterhin klar im Rennen um die Fahrerweltmeisterschaft, während sein Teamkollege Nico Müller Platz sieben belegte
Wehrlein, der Weltmeister von Saison 10, liegt in der Fahrerweltmeisterschaft weiterhin auf Rang vier, nur 27 Punkte hinter Spitzenreiter Mitch Evans. Nach seinem zweiten Saisonsieg gehört Dennis als Fünfter der Gesamtwertung nun auch zum Kreis der Titelanwärter.
Rennverlauf
Bei brütender Hitze und sehr hoher Luftfeuchtigkeit auf der chinesischen Insel Hainan übernahmen die Fahrer mit Porsche-Antrieb früh die Kontrolle.
Zu den beiden Andretti-Fahrern Dennis und Drugovich aus der ersten Startreihe gesellten sich schnell Wehrlein und Dan Ticktum von Cupra Kiro in der Spitzengruppe.
Bevor die frühen Attack-Modes das Feld neu sortierten, sorgte das Quartett für eine Vierfach-Führung von Porsche-Antrieben. Sowohl Wehrlein als auch Dennis lagen zeitweise in Führung.
Ticktums Siegchance endete, als er nach einem Zwischenfall mit Jaguar-Fahrer Evans Boden verlor und später in einen Rückstau mit mehreren Fahrzeugen geriet, der zu einer roten Flagge führte.
Beide Cupra-Kiro-Fahrzeuge wurden bei dieser Massenkarambolage beschädigt. Beim Neustart belegten jedoch die anderen vier Porsche die ersten vier Positionen, wobei die beiden Andretti-Fahrzeuge vor dem Werksduo lagen.
Müller hatte früh den Attack-Mode aktiviert und sich damit in den Kampf um die Spitze eingeschaltet, nachdem er sich im Mittelfeld qualifiziert hatte.
Wehrleins Chance, seine starke Form in einen Sieg umzumünzen, endete mit einer Strafe für einen Zwischenfall mit Nissan-Fahrer Norman Nato. Müller hingegen war in den Schlussrunden unterlegen, da er seinen letzten Attack-Mode früher als die meisten anderen eingesetzt hatte.
Dadurch fielen die beiden Werks-Porsche im Endergebnis auf die Plätze sieben und 14 zurück.
Obwohl das Andretti-Duo durch die unterschiedlichen Attack-Mode-Strategien zwischenzeitlich zurückfiel, wählte es den Zeitpunkt für die letzte Aktivierung perfekt und kehrte an die Spitze zurück.
Das Ergebnis war der erste Formel-E-Doppelsieg in der Geschichte des Porsche-Kundenteams Andretti. Dennis feierte seinen zweiten Saisonsieg, während Drugovich zum zweiten Mal in Folge auf dem Podium stand.
Und obwohl Martí nach Reparaturen beim Neustart Letzter war, stürmte er mithilfe seiner Attack-Modes vom Ende des Feldes noch auf Platz drei. Damit wiederholte der Cupra-Kiro-Rookie seinen Podesterfolg aus Monaco.
Sein Teamkollege Ticktum kam aufgrund der bei den Zwischenfällen entstandenen Schäden nicht über Platz 15 hinaus.
Blick nach vorn
Sanya bildete den Auftakt zum asiatischen Schlussteil des Kalenders. In zwei Wochen reisen die Teams für ein Doppelrennen auf den Shanghai International Circuit, den Austragungsort des Großen Preises von China in der Formel 1.
Anschließend folgen Ende Juli zwei Nachtrennen in Tokio. Damit steht ein entscheidender Monat bevor, ehe Mitte August in London ein spannendes Saisonfinale die Titelentscheidung bringt.