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Trefft das Porsche Formel E Team: Lernt Systemingenieurin Anna Schwaiger kennen

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7 Minuten

Formel E
Porsche Formula E Team

Die Fahrer stehen zwar im Motorsport im Mittelpunkt, aber hinter den Kulissen arbeiten viele andere Teammitglieder hart daran, den Erfolg zu sichern.

Saison 12 der Formel-E-Weltmeisterschaft ist abgeschlossen, während die umfangreichen Vorbereitungen auf den Start der GEN4-Ära im Dezember bereits laufen.

Wie immer arbeitet das gesamte Team hart daran, erfolgreich zu sein - sowohl auf der Rennstrecke als auch zwischen den Rennen am Heimatstandort.

Doch wer sind einige der entscheidenden Personen, die dafür sorgen, dass das Porsche Formel E Team jederzeit bestens vorbereitet ist?

Im vierten Porträt unserer Serie "Trefft das Team" stellen wir Systemingenieurin Anna Schwaiger vor.

Nachdem sie ihre Karriere im Langstreckensport begonnen hatte, kam sie 2017 zu Porsche und arbeitete zunächst am RSR-Projekt.

2020 folgte der Wechsel in die Formel E. Nach einem durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten Start in Saison 6 stieß sie in der folgenden Saison zum Rennteam.

Das hat Anna erzählt, als wir im Oktober mit ihr gesprochen haben:

Wie lange bist du schon in deinem Job?

"In dieser konkreten Funktion seit Ende 2019, aber seit Saison 7 bin ich Teil des Rennteams."

Gib uns einen kurzen Überblick über deine bisherige Karriere.

"Ich habe Maschinenbau in Ingolstadt studiert. Das war ein kombiniertes Programm bei Audi, bei dem das Studium an der Hochschule mit einer Ausbildung zur Kfz-Mechanikerin verbunden war. Danach bin ich direkt zu Audi Sport gegangen und habe 2015 und 2016 in der DTM gearbeitet. Anschließend bin ich für die Saison 2016 zum LMP1-WEC-Programm von Audi gewechselt, bis das Programm eingestellt wurde. Anfang 2017 habe ich schließlich meinen Weg zu Porsche gefunden und dort zunächst am 911-RSR-Projekt gearbeitet. Ende 2019 wurde ich nach einigen Umstrukturierungen in der gesamten Motorsportabteilung gefragt, ob ich in die Formel E wechseln möchte. Im ersten Jahr, Saison 6, war ich noch im Ops-Room. Das war allerdings die Corona-Saison, die zunächst nur vier Veranstaltungen umfasste und dann für längere Zeit unterbrochen wurde, bevor die letzten sechs Rennen innerhalb einer Woche in Berlin ausgetragen wurden. Ab Saison 7 war ich dann mit dem Rennteam an der Strecke."

Wie sieht ein Arbeitstag für dich aus?

"Wenn ich bei einem Rennen bin, heißt es meistens sehr früh aufstehen, vor allem an den Renntagen, weil mit Training, Qualifying und Rennen an einem einzigen Tag alles sehr dicht getaktet ist. Morgens nehmen wir das Auto in Betrieb, prüfen, ob alle Sensoren und Steuergeräte wie erwartet funktionieren, und konditionieren das RESS, also das wiederaufladbare Energiespeichersystem, damit Ladezustand, Temperaturen und alle anderen Werte für den Betrieb stimmen. Es dauert ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden, bis alles für das erste Training vorbereitet ist.”

"Ich teile mir die Aufgabe mit Marcel, der für Nicos Auto verantwortlich ist. Ich betreue Pascals Auto und kümmere mich stärker um den Niedervolt-Bereich, also Sensoren, Steuergeräte und die gesamte Verkabelung im Auto. Marcel konzentriert sich stärker auf Software und Antriebsstrang. An einem normalen Tag, wenn alles reibungslos läuft, arbeitet jeder von uns an einem Auto. Wenn wir aber bei einem bestimmten Thema ein Problem haben, können wir problemlos tauschen. Dann kann sich einer komplett auf die Lösung des Problems konzentrieren, während das andere Auto trotzdem an der Session teilnehmen kann.”

"Nach jeder Session müssen wir die Daten überprüfen und sicherstellen, dass alles einwandfrei funktioniert, weil die verfügbare Zeit sehr begrenzt ist. An einem normalen Renntag besteht die Arbeit hauptsächlich darin, Daten zu kontrollieren und die Vorbereitungsabläufe abzuarbeiten. Wenn man aber einen Unfall hat, wie beispielsweise in Tokio, und das Chassis neu aufbauen muss, wird es ziemlich hektisch. Dann müssen wir sicherstellen, dass alle Teile vorbereitet sind, die richtigen Teile ans Auto kommen und sämtliche Softwareversionen auf dem Fahrzeug korrekt sind - solche Dinge.”

"Außerdem bin ich Teamleiterin der Niedervolt-Entwicklungsabteilung. In den vergangenen zwei Jahren habe ich mir diese Aufgabe mit einem Kollegen geteilt, aufgeteilt zwischen Gen3 und Gen4, weil die Arbeit an der Rennstrecke und die Entwicklung gleichzeitig für eine Person zu viel gewesen wären. Seit dem 1. Oktober habe ich die Verantwortung wieder vollständig übernommen. Das Team arbeitet wirklich gut, deshalb muss ich hauptsächlich den Überblick behalten und mich um Ressourcen und Budgetthemen kümmern.”

"Auf der Entwicklungsseite bin ich außerdem für das Lenkrad und das Reifendruck-Kontrollsystem verantwortlich. Dort muss ich Systemchecks durchführen und bei neuen Teilen testen, ob sie so funktionieren, wie vorgesehen. Es geht also viel ums Organisieren, Teile beschaffen und prüfen, ob alles korrekt funktioniert. Manchmal klingt das gar nicht so sehr nach Ingenieursarbeit, aber es ist wirklich wichtig."

Was gefällt dir an deinem Job am besten?

"Das ist eine gute Frage. Ich würde sagen, die Spannung, die jeder einzelne Tag mit sich bringt. Bei mir beginnt eigentlich nie ein Tag genauso, wie der vorherige aufgehört hat. Man weiß also nie genau, was einen erwartet, und muss damit umgehen. Genau das macht es so spannend. Ich könnte niemals einen klassischen Bürojob machen, bei dem jeder Tag gleich aussieht. Jeder Tag ist anders."

Was hat dich zur Formel E gezogen?

"Schon vom ersten Tag an habe ich gemerkt, wie eng hier alles beieinanderliegt und wie stark der Wettbewerb ist. Mit dem Gen4-Auto können wir jetzt wieder viele Dinge selbst entwickeln, weil es bei Gen3 sehr viele Einheitsteile gab, die für alle gleich waren. Jetzt können wir wieder richtig an coolen neuen Lösungen arbeiten. Wir haben einige wirklich spannende Möglichkeiten gefunden, das Auto leichter zu machen. Im 12-Volt-Bereich macht man das Auto schließlich nie schneller - man kann eigentlich nur dafür sorgen, dass etwas nicht funktioniert."

Was ist deine Lieblingsstrecke im Kalender und warum?

"Mein Lieblingsort ist definitiv Mexiko. Ich liebe es, wie die Zuschauer dort mitgehen. Die drehen wirklich komplett durch, wenn man dort ist. Man hört sie schreien, und wenn sie könnten, würden sie wahrscheinlich direkt in die Garagen laufen. Ich liebe das einfach. Es fühlt sich falsch an, wenn alle Tribünen leer sind. Aber in Mexiko ist das gesamte Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt, und das ist wirklich unglaublich."

Wie fühlt es sich an, Teil des Porsche Formel E Team zu sein?

"Manchmal ist es wie eine Familie, weil wir so viel Zeit miteinander verbringen und dadurch eigentlich alles übereinander wissen. Gerade bei der Crew am Auto braucht man absolutes Vertrauen. Wir wissen sogar voneinander, wen man morgens besser erst nach dem zweiten Kaffee anspricht! Ich arbeite wirklich unglaublich gerne mit diesen Leuten zusammen, es ist ein großartiges Team. Natürlich gibt es auch bei uns hin und wieder Schwierigkeiten, aber insgesamt arbeiten alle wirklich sehr gut zusammen. Im kommenden Jahr wird es einige Veränderungen in der Engineering-Gruppe geben, deshalb müssen wir uns wieder in einer neuen Struktur zurechtfinden. Ich bin aber ziemlich sicher, dass das funktionieren wird."

Was ist deine schönste Erinnerung aus deiner Zeit bei Porsche?

"Zweimal die Weltmeisterschaft zu gewinnen, steht definitiv sehr weit oben auf der Liste. Aber auch Situationen, in denen wir nach einem Unfall über Nacht Autos neu aufbauen mussten, bleiben in Erinnerung. Die verrückteste Situation war wahrscheinlich in Rom in Saison 9. Dort gab es einen riesigen Unfall, und das gesamte Fahrerlager war noch lange nach dem Rennen an der Strecke, weil fünf oder sechs Autos völlig zerstört waren. Am nächsten Morgen standen trotzdem alle Fahrzeuge wieder in der Startaufstellung. Das war so ein Moment, in dem sich diese Formel-E-Familie gezeigt hat.”

"Es gibt so viele Einheitsteile, dass wir angefangen haben, Dinge mit anderen Teams zu teilen. Wir sind zu Jaguar gegangen und haben gefragt: 'Habt ihr noch Antriebswellen? Ja? Können wir eure Nase ausleihen?' und solche Sachen. Das gesamte Fahrerlager hat also zusammengearbeitet, damit am nächsten Tag wieder alles einsatzbereit war. Das war schon etwas Besonderes. Aber natürlich sind die schönsten Erinnerungen definitiv die Meisterschaftssiege 2024 und in diesem Jahr."

Erzähl uns eine interessante Sache über dich, die man vielleicht noch nicht weiß!

"Ich nähe im Grunde fast alle meine Kleidungsstücke selbst. Ich kaufe nur selten etwas, das meiste mache ich selbst. Ich besitze keine einzige Jogginghose. Ich liebe Rock 'n' Roll und Tanzen, von Swing-Musik aus den 1930er-Jahren bis zum frühen Rock 'n' Roll der 1960er. Das ist also eine ziemlich große Bandbreite. Ich glaube, das unterscheidet sich ziemlich von dem Eindruck, den man von mir an der Rennstrecke bekommt. Da habe ich eine ganz andere Seite!"

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* Soweit die Verbrauchs- und Emissionswerte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat usw.) können relevante Fahrzeugparameter wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoff-/Stromverbrauch, die CO2-Emissionen, die Reichweite und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

** Wichtige Hinweise zu den vollelektrischen Porsche Modellen finden Sie hier.