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Trefft das Porsche Formel E Team: Lernt Renningenieur Robert Sattler kennen

Lesezeit

7 Minuten

Formel E
Porsche Formula E Team

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Trefft das Porsche Formel E Team: Lernt Renningenieur Robert Sattler kennen

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Formel E
Porsche Formula E Team

Die Fahrer stehen zwar im Motorsport im Mittelpunkt, aber hinter den Kulissen arbeiten viele andere Teammitglieder hart daran, den Erfolg zu sichern.

Saison 12 der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft ist inzwischen in vollem Gange, sechs von 17 Rennen sind bereits absolviert.

Das gesamte Team arbeitet wie immer hart daran, erfolgreich zu sein, sowohl auf der Strecke als auch zwischen den Rennen zu Hause.

Doch wer sind einige der Schlüsselfiguren, die dafür sorgen, dass das Porsche Formel E Team in Bestform antritt?

Das dritte Porträt in unserer Serie "Trefft das Team" kommt von Renningenieur Robert Sattler.

Von der Arbeit mit F1-Star Lance Stroll über den Gewinn von DTM-Titeln bis hin zur Leitung von Nachwuchsfahrer-Programmen: Robert hat sich in 25 Jahren Motorsport einen beeindruckenden Lebenslauf aufgebaut.

Er wechselte in Saison 7 in die Formel E, aber ging 2025 für ein Jahr in die USA, bevor er im vergangenen Oktober zu Porsche wechselte.

Das sagte Robert im Gespräch mit uns am Jeddah-Rennwochenende:

Wie lange bist du schon in deinem Job?

"Ich habe Mitte Oktober letzten Jahres bei Porsche angefangen. Also noch ziemlich frisch."

Kannst du uns eine kurze Zusammenfassung deiner bisherigen Karriere geben?

"Ich komme aus Brasilien und habe in Rio Maschinenbau studiert. Motorsport hat mich schon als Kind komplett gepackt. Ich habe bei einem Formel-3-Team in Brasilien angefangen, wollte aber unbedingt nach Europa und in Richtung Formel 1. Dann hatte ich die Chance, bei einem F3-Team zu arbeiten, das als Junior-Team zum Midland-F1-Team gehörte. Nach acht Monaten in der Formel 3 bekam ich das Angebot, nach England zu gehen und im F1-Team als Performance Engineer zu arbeiten. Ich war dort vier Jahre, dann kam BMW auf mich zu, um DTM zu machen. Ich hatte das Gefühl, ich bin noch nicht bereit, die Formel 1 zu verlassen, also habe ich das parallel als zusätzlichen Job gemacht. 2014 haben wir mit Marco Wittmann die Meisterschaft gewonnen, und das hat mir die Tür zu einem Leben außerhalb der Formel 1 geöffnet. Ich habe vier Jahre für Mercedes gearbeitet, dann zwei Jahre wieder für BMW. Danach habe ich die komplette Vorbereitung mit Lance Stroll vor seiner ersten F1-Saison mit Williams gemacht, das war ein richtig cooles Projekt. Wir waren weltweit unterwegs zum Testen, und Leute wie Felipe Massa und Valtteri Bottas haben uns dabei unterstützt. Saison 7 war mein erstes Jahr in der Formel E, damals mit NIO, und für Saison 8 konnte ich zu Envision wechseln. Danach hat mich Aston Martin F1 gefragt, das Nachwuchsfahrer-Programm zu leiten. Das habe ich zwei Jahre gemacht, aber ich wollte wieder zurück an die Rennstrecke. Am Ende bin ich gegangen und war letztes Jahr in der IMSA mit Acura unterwegs, im Honda-Programm, auch das war cool. Eigentlich war der Plan, das noch ein Jahr zu machen, aber dann kam plötzlich der Kontakt zu Porsche, und das konnte ich nicht ablehnen."

Wie sieht ein Arbeitstag für dich aus?

"Das variiert ziemlich stark. Zu Hause gibt es viele Meetings. Es gibt viel Kommunikation mit dem Fahrer. Es wird viel geplant: Man muss die sportlichen Regeln und die technischen Regeln sehr gut kennen, und dann machen wir natürlich Datenanalyse. Wir haben viele Simulator-Sessions, die wir vorbereiten müssen. Es gibt immer etwas, das man sich anschauen kann. Das ist das Schöne am Motorsport: Es ist nicht wie ein normaler Job von 8 bis 17 Uhr, sondern jeder Tag ist ein bisschen anders. An der Rennstrecke ist es ähnlich. Wir haben ein paar Meetings, verbringen Zeit mit den Fahrern und versuchen immer, für jede Session bereit zu sein, besonders fürs Qualifying und fürs Rennen. Das ist dann das Highlight des Wochenendes."

Was gefällt dir an deinem Job am besten?

"Als Ingenieur mag ich die Technologie. Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Die größte Motivation ist der Wettbewerb. Auf der einen Seite ist es unberechenbar: Man weiß nicht, was an einem Wochenende passiert. Aber je besser man vorbereitet ist, desto größer ist die Chance auf ein gutes Ergebnis, und das mag ich. Ich glaube nicht an Glück – okay, manchmal hat man im Motorsport Pech – aber was mich antreibt, ist dieses unmittelbare Feedback. Man weiß sofort, ob man einen guten oder einen schlechten Job gemacht hat. Im Vergleich zu anderen Jobs ist es im Motorsport sofort sichtbar. Selbst wenn man einen richtig guten Tag hat und ein Rennen gewinnt, geht man trotzdem zurück in die Werkstatt und sucht nach Dingen, die man verbessern kann. Das liebe ich, diese permanente Suche nach Perfektion."

Was hat dich zur Formel E gezogen?

"Die Formel E war immer interessant, weil es neue Technologie gibt. Aber es geht nicht nur um den elektrischen Aspekt: Ich mag auch die nachhaltige Seite der Meisterschaft. Es wird versucht, so viel umzusetzen, zum Beispiel die Reifenanzahl zu begrenzen und auf Stadtkursen zu fahren, wo die Zuschauer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen. Die Autos kommen nicht zurück in die Werkstatt, dadurch entsteht ein kleinerer CO2-Fußabdruck. Außerdem gefällt mir, dass es eine Weltmeisterschaft ist, aber in einem viel kleineren Umfeld, nicht so riesig wie die Formel 1. Die Atmosphäre ist gut, und weil ich jetzt in meinem dritten Team arbeite, kenne ich unglaublich viele Leute im Fahrerlager."

Was ist deine Lieblingsstrecke im Kalender und warum?

"Das ist einfach: São Paulo, weil es mein Heimrennen ist – ich komme zwar nicht aus São Paulo, aber ich habe dort früher gelebt, deshalb fühlt es sich sehr nach Zuhause an. Ich wollte dieses Rennen dieses Jahr unbedingt mit Pascal gewinnen – vielleicht dann nächstes Jahr. Monaco ist auch ziemlich cool, wegen der Geschichte und all der Formel-1-Rennen dort. Für mich war es etwas Besonderes, dieses Rennen in Saison 9 mit Nick Cassidy zu gewinnen. Das war mein letztes Rennen mit Envision, weil ich mitten im Jahr gegangen bin. Ich habe das Gefühl, da ist noch etwas offen, weil ich die Meisterschaft noch nicht gewonnen habe. Ich muss irgendwann zurück und den Job zu Ende bringen, und hoffentlich kann ich das mit Pascal!"

Wie fühlt es sich an, Teil des Porsche Formel E Team zu sein?

"Für Porsche zu arbeiten war immer ein bisschen ein Traum, deshalb ist das etwas ganz Besonderes. Als ich in der Formel E angefangen habe, war es für mich schon speziell zu wissen, dass das Porsche-Werksteam in derselben Meisterschaft fährt, so nach dem Motto: Wow, wir treten gegen die ganz Großen an. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich ein paar Jahre später Teil des Teams sein würde, das ist schon ziemlich cool."

Was ist deine schönste Erinnerung aus deiner Zeit bei Porsche?

"Das Podium in Miami war schön, aber ich bin jemand, der immer nach vorn schaut. Für mich ist meine schönste Erinnerung also noch nicht passiert, der beste Moment kommt noch. Selbst wenn man jetzt in Jeddah gewinnt, glaube ich, dass es noch ein anderes Rennen geben wird, das sich noch aufregender anfühlt zu gewinnen. Also immer nach vorn schauen."

Erzähl uns eine interessante Sache über dich, die man vielleicht noch nicht weiß!

"Ich habe meine Hobbys, ich mache gern Sport. Früher habe ich mich für Zirkus-Kram begeistert, ich habe gern Flying Trapeze gemacht. Ich habe sogar an der Chinese Pole trainiert, so als Workout – das geben nicht viele Leute gern zu, aber es hat Spaß gemacht! Ich war richtig drin, weil viele Leute ins Fitnessstudio gehen, ich aber lieber auf eine andere Art trainiert habe. Ich war an der London Circus School. Ich bin jetzt seit über 10 Jahren verheiratet, und meine Frau hat mich das noch nie machen sehen. Und sie glaubt es erst, wenn ich ihr die Fotos zeige!"

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* Soweit die Verbrauchs- und Emissionswerte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat usw.) können relevante Fahrzeugparameter wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoff-/Stromverbrauch, die CO2-Emissionen, die Reichweite und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

** Wichtige Hinweise zu den vollelektrischen Porsche Modellen finden Sie hier.