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Rückblick auf drei erfolgreiche Jahre in der FIA WEC

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WEC
Porsche Penske Motorsport

Porsche Penske Motorsport sagt der FIA World Endurance Championship Lebewohl - und wir blicken zurück auf drei packende Saisons.

Nach 22 Rennen auf elf verschiedenen Rennstrecken und insgesamt 78.289 absolvierten Rennkilometern ist die Zeit von Porsche Penske Motorsport in der FIA WEC zu Ende gegangen.

Der Werks-Porsche 963 hat sich als erfolgreichstes LMDh-Fahrzeug im Hypercar-Starterfeld etabliert – mit drei Siegen, 15 Podiumsplätzen, drei Pole-Positions und zwei schnellsten Rennrunden.

Die Saison 2024 war die erfolgreichste: Das Trio im Fahrzeug mit der Startnummer 6 – Kévin Estre, André Lotterer und Laurens Vanthoor – holte den Fahrertitel, während Porsche in der Herstellerwertung den zweiten Platz belegte.

Zum Abschluss dieses Kapitels blicken wir auf drei ereignisreiche Jahre voller Höhen und Tiefen zurück.

17. März 2023: Renndebüt des Porsche 963 in der WEC

Nach mehr als 30.000 Testkilometern und den ersten Renneinsätzen in der IMSA gab der Porsche 963 bei den 1.000 Meilen von Sebring sein Debüt in der FIA WEC.

Die Rückkehr in die WEC hatte Porsche im Dezember 2020 verkündet. Die Partnerschaft mit Penske wurde ein Jahr später vorgestellt. Nach einem mit Spannung erwarteten Roll-out im Januar 2022 feierte der Porsche 963 im März 2023 schließlich sein Renndebüt in der WEC.

Im Rahmen eines Double-Headers mit der IMSA auf dem Sebring International Raceway belegten die beiden Porsche Penske Motorsport-Fahrzeuge die Plätze fünf und sechs.

Im Qualifying mit den Startplätzen sechs und sieben hatte der #6 Porsche von Kévin Estre, André Lotterer und Laurens Vanthoor noch die Nase vorn. Im Rennen war es anders herum: Das Trio im #5 Fahrzeug mit Dane Cameron, Michael Christensen und Frédéric Makowiecki kam vor dem Schwesterauto ins Ziel.

Nur einen Monat später in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship in Long Beach gelang dem IMSA-Team der erste Sieg mit dem Porsche 963.

16. April 2023: Erstes WEC-Podium für den Porsche 963

Bereits beim zweiten WEC-Einsatz – den 6 Stunden von Portimão – fuhr der Porsche 963 auf das Podium. Nach Startplatz fünf kämpften sich Estre, Lotterer und Vanthoor mit einer tadellosen Teamleistung auf Rang drei vor.

Schon auf den ersten Metern überholte Vanthoor einen der beiden Ferrari, musste seinen vierten Platz aber kurz darauf wieder abgeben. Eine strategische Risikoentscheidung nach dem ersten Stint – man verzichtete auf einen Reifenwechsel beim Nachtanken – brachte rund zehn Sekunden Zeitgewinn und somit Position drei.

Das Rennen endete dramatisch: Zu Beginn der letzten Stunde kam das Safety-Car auf die Strecke. Für Lotterer kam das zur denkbar ungünstigsten Zeit – die #6 war auf Platz drei unterwegs gewesen und musste in die Box.

Zum Glück musste beim Restart auch der dahinter liegende Ferrari #51 an die Box kommen, sodass Lotterer seine Position verteidigen konnte. Wenige Runden vor Schluss folgte ein weiterer Tankstopp, da beim vorangegangenen Boxenstopp aufgrund eines fehlerhaften Sensors nicht genug Kraftstoff nachgefüllt worden war.

Doch der Vorsprung auf den inzwischen viertplatzierten Cadillac reichte aus – der Porsche fuhr auf Rang drei über die Ziellinie.

Ein starkes Resultat, das die #6 beim vorletzten Rennen der Saison – den 6 Stunden von Fuji – mit einem weiteren dritten Platz wiederholte.

1./2. März 2024: Erste WEC-Pole und erster Sieg für den Porsche 963

Die zweite WEC-Saison des Porsche 963 begann mit einem Paukenschlag: erste Pole-Position und erster Sieg beim 1812-Kilometer-Rennen in Katar.

Mit einer Rundenzeit von 1:39,347 Minuten sicherte sich Campbell zunächst die Pole-Position für das Fahrzeug mit der Startnummer 5 – ein „perfekter Start in die neue Saison“, wie Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport, damals sagte. Das Schwesterauto startete von Platz fünf.

Im Rennen glänzte besonders die #6: Estre, Lotterer und Vanthoor übernahmen nach 90 Minuten die Führung und gaben sie bis zum Ziel nicht mehr ab. Der Porsche 963 war an diesem Tag das Maß der Dinge.

Das Kundenteam Hertz Team JOTA belegte mit Will Stevens, Callum Ilott und Norman Nato den zweiten Platz, während der Werks-Porsche #5 mit Campbell, Christensen und Makowiecki nach zwei ungeplanten Boxenstopps aufgrund von Reifenschäden eine starke Aufholjagd zeigte und Dritter wurde.

„Wir haben extrem hart gearbeitet und wurden auf die bestmögliche Weise belohnt. Dieser Erfolg ist kaum in Worte zu fassen“, sagte Laudenbach seinerzeit.

„Alle Beteiligten haben einen fehlerfreien Job gemacht. Team und Fahrer haben eine überzeugende Leistung gezeigt. Glückwunsch auch an das gesamte Team zu Hause in Weissach. Niemand hätte einen Dreifacherfolg von Porsche erwartet.“

13. Juni 2024: Kévin Estre holt Pole-Position in Le Mans

Mit einer fehlerfreien Runde sicherte sich Kévin Estre im #6 Porsche Penske Motorsport beim Qualifying für die 24 Stunden von Le Mans 2024 die Pole-Position.

Mit einer Rundenzeit von 3:24,634 Minuten holte Estre die insgesamt 19. Pole für Porsche beim legendären Langstreckenklassiker.

Bis kurz vor Schluss der Hyperpole-Session lag der #6 Porsche nur auf Platz fünf, doch Estre setzte mit einer sensationellen letzten Runde die Bestzeit – vor beiden Cadillacs.

Estre sprach von einem „unbeschreiblichen Gefühl, in Le Mans auf der Pole zu stehen“. Urs Kuratle, Direktor Werksmotorsport LMDh, bezeichnete den Moment als „unwirklich“.

Die #6 wurde im Rennen Vierter und damit bester Porsche 963. Auch wenn es nicht zum Sieg reichte, war es ein denkwürdiger Moment in der Teamgeschichte.

2. November 2024: Meisterfeier in der WEC

Es war ein Traumfinale nach einer herausragenden Saison: Estre, Lotterer und Vanthoor sicherten sich beim Saisonfinale in Bahrain den WEC-Fahrertitel.

Das #6 Trio beendete die Saison als Champion - mit zwei Rennsiegen und drei weiteren Podiumsplatzierungen. Platz elf im letzten Rennen sicherte ihnen mit 35 Punkten Vorsprung den Titel.

Die #6 hatte schon beim Auftaktrennen in Katar die WM-Führung übernommen und gab sie die gesamte Saison über nicht mehr ab.

Der #5 Porsche von Campbell, Christensen und Makowiecki holte mit Platz drei in Bahrain das vierte Podium des Jahres und beendete die Saison auf Platz fünf der Fahrerwertung.

Dank starker Teamarbeit belegte Porsche am Ende Position zwei in der Herstellerwertung – hinter Toyota, aber mit zwei Siegen, neun Podestplätzen und drei Pole-Positions für die beiden Werksfahrzeuge.

„Wir hatten eine mega Saison und holen im zweiten Jahr mit dem Porsche 963 gleich einen Weltmeistertitel“, freute sich Laudenbach damals.

„Verglichen mit 2023 haben wir uns in allen Bereichen deutlich verbessert – das ist fantastisch! Mein größter Dank gilt allen Beteiligten.”

“Klar, es tut weh, den Herstellertitel so knapp zu verpassen. Wenn man so nah dran ist, will man ihn natürlich auch holen. Aber so ist der Motorsport nun mal. Letztlich überwiegen Freude und Stolz über das Erreichte.“

14./15. Juni 2025: Platz zwei in Le Mans

Nur 14 Sekunden fehlten Estre, Campbell und Vanthoor zum Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 2025. Nach einem packenden Rennen arbeitete sich das Trio aus dem hinteren Feld nach vorn und wurde Zweiter.

Zunächst hatte sich die #6 auf Startplatz vier qualifiziert, wurde jedoch wegen zu geringen Gewichts disqualifiziert und musste vom Ende des Feldes starten.

Estre überholte bereits in der ersten Runde sieben Fahrzeuge. Nach zwei Stunden gehörte der Porsche 963 bereits zur Führungsgruppe.

Nach 24 intensiven Stunden und 387 Rennrunden fehlten im Ziel lediglich 14,084 Sekunden zum 20. Gesamtsieg für Porsche.

Der #5 Porsche mit Julien Andlauer, Michael Christensen und Mathieu Jaminet wurde Siebter, das Schwesterfahrzeug #4 mit Felipe Nasr, Nick Tandy und Pascal Wehrlein Neunter.

„Pionierdenken, Mut und Sportsgeist sind Teil der Porsche-DNA. Deshalb haben wir nie aufgegeben und bis zum Ende gekämpft. Gerade in der Schlussphase lief vieles sehr gut – das hat das Rennen noch einmal spannend gemacht“, resümierte Laudenbach nach dem Rennen.

„Wir haben das absolute Maximum aus der #6 herausgeholt und brauchen uns nicht zu verstecken. Nachts hätte niemand gedacht, dass wir noch aufs Podium fahren. Darauf können wir sehr stolz sein.”

„Natürlich sehen wir das Resultat auch mit einem weinenden Auge – am Ende fehlten nur 14 Sekunden zum Gesamtsieg. Aber die Freude und der Dank an alle Beteiligten überwiegen. Glückwunsch auch an unser Kundenteam Manthey zum zweiten Le-Mans-Klassensieg in Folge!“

7. September 2025: Sieg in Austin

Nach einem schwierigen Start in die Saison 2025 jagte das Team drei Rennen vor Schluss noch immer dem ersten Sieg hinterher.

Doch auf dem Circuit of The Americas triumphierte das Trio Campbell, Estre und Vanthoor im Lone Star Le Mans.

Bei schwierigen Wetterbedingungen verbrachte das Feld die erste Stunde zunächst hinter dem Safety-Car, ehe das Rennen mit roter Flagge unterbrochen wurde.

100 Minuten nach dem Rennstart ging es schließlich weiter, doch die rutschigen Bedingungen führten zu weiteren Zwischenfällen und Safety-Car-Phasen.

Beide Werks-Prototypen von Porsche Penske Motorsport kamen ohne Fehler durch das Rennen. Nach viereinhalb Stunden übernahm Estre im #6 Porsche die Führung und brachte sie sicher ins Ziel.

Nur eine Woche später folgte ein weiterer Podestplatz in Fuji: Wieder startete die #6 von weit hinten und fuhr erneut weit nach vorn - bis auf Platz drei.

Bis kurz vor Schluss kämpfte das Trio sogar um Rang zwei, musste sich letztlich aber knapp geschlagen geben.

In der Fahrerwertung fehlten am Ende nur sieben Punkte auf Platz zwei. Bei den Herstellern kam Porsche auf die zweite Position.

8. November 2025: Abschied mit Wehmut in Bahrain

Zum Saisonende bereitete sich das Porsche Penske Motorsport Team auf seinen Abschied von der WEC vor. Beim Saisonfinale, den 8 Stunden von Bahrain, belegten die Werks-Porsche 963 die Plätze 13 und 14.

Estre und Vanthoor – die Weltmeister von 2024 – teilten sich das Cockpit mit Campbell und kamen vor dem Schwesterauto ins Ziel. Die #5 mit Andlauer, Jaminet und Laurin Heinrich folgte dahinter.

„Das war unser - auf absehbare Zeit - letzter Auftritt in der FIA WEC“, sagte Jonathan Diuguid, Geschäftsführer von Porsche Penske Motorsport.

„Leider blieb das erhoffte Topresultat aus. Insgesamt war es aber eine fantastische und erfolgreiche Zeit. Ich habe die Zusammenarbeit mit dieser leidenschaftlichen Mannschaft sehr genossen.“

Freude gab es derweil in der LMGT3-Klasse: Das Kundenteam Manthey verteidigte erfolgreich den Titel in der FIA Endurance Trophy – zum zweiten Mal in Folge.

Der Fahrertitel ging an Ryan Hardwick, Richard Lietz und Riccardo Pera.

Den vollständigen Bericht gibt es hier.

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* Soweit die Verbrauchs- und Emissionswerte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebots. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat usw.) können relevante Fahrzeugparameter wie z.B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoff-/Stromverbrauch, die CO2-Emissionen, die Reichweite und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

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