Ein souveräner Sieg in Jeddah katapultierte Pascal Wehrlein, Fahrer des Porsche Formel E Teams, an die Spitze der ABB FIA Formula E Weltmeisterschaft.
Die Stärken des
Den Sieg erzielte er bei seinem 100. Rennstart in der Serie, nachdem er in Saison 5 sein Debüt gegeben hatte. Im zweiten Rennen legte er mit einer starken Aufholjagd nach und fuhr von Platz 11 auf Platz 8.
Sein Porsche-Teamkollege
Andretti-Pilot Jake Dennis holte mit Platz 9 im ersten Rennen noch ein paar Punkte, doch seine Chance, aus einem Start aus der ersten Reihe im zweiten Rennen das Maximum herauszuholen, wurde durch einen Reifenschaden zunichtegemacht.
Teamkollege Felipe Drugovich beendete das Double-Header-Wochenende auf den Plätzen 15 und 12. Cupra Kiro hatte am Samstag einen ruhigen Auftakt, glänzte aber im zweiten Rennen am Sonntag: Dan Ticktum und Pepe Martí kamen als Fünfter und Sechster ins Ziel.
Rennverlauf von Rennen 1
Wehrlein qualifizierte sich als Dritter und lag nach Positionskämpfen mit den Autos um ihn herum nach einer chaotischen ersten Runde auf Platz 4.
Gerade als er Taylor Barnards DS Penske unter Druck setzte, wurde nach einem Zwischenfall eines anderen Fahrers Full-Course-Yellow ausgerufen, woraus kurz darauf ein Safety-Car wurde.
Nicht lange nachdem das Safety-Car wieder an die Box gekommen war, ging Wehrlein an Barnard vorbei und hing Norman Natos Nissan im Kampf um Platz 2 im Heck, auch Spitzenreiter Maximilian Günther lag nur knapp davor.
Nato ging an Günther vorbei, doch obwohl das Tempo stark war, wurde Wehrlein bei seinen ersten Versuchen, direkt mit durchzugehen, durch Günthers Zickzack-Fahren auf der Geraden ausgebremst. Dieser bekam dafür die schwarz-weiße Verwarnungsflagge gezeigt.
Wehrlein fand trotzdem einen Weg und ging in Runde 14 von 31 außen an Günther vorbei.
Eine Runde später schnappte sich Wehrlein auf dem Weg zur langgezogenen Links-Haarnadel Kurve 13 die Führung von Nato.
Wehrlein setzte sich in freier Fahrt ab und begann, einen Vorsprung auf seine Rivalen aufzubauen, die sich hinter ihm gegenseitig bekämpften.
Günther nutzte seinen einzigen Attack-Mode vor seinem Pit-Boost-Boxenstopp, der ihm für sechs Minuten zusätzliche Leistung und Allradantrieb verschaffte.
Diese Extra-Power ermöglichte es ihm, Wehrlein kurzzeitig zu überholen – direkt bevor der Porsche-Pilot seinen Pit-Boost-Boxenstopp absolvierte.
Das Pit-Boost-Format kehrte für das Auftaktrennen in Jeddah zurück: Die Autos müssen einen Schnelllade-Boxenstopp einlegen, um 10 Prozent zusätzliche Energie (3,85 Wh) zu bekommen – bemerkenswerterweise in etwas mehr als 30 Sekunden.
Wehrlein und Porsche aktivierten ihren Attack Mode clever direkt nach dem Boxenstopp, und Wehrlein nutzte die zusätzliche Leistung, um Günther schnell wieder zu überholen.
Wehrlein spulte im Attack Mode eine Serie schneller Runden ab und baute damit eine komfortable Führung auf, die für seine Rivalen nicht mehr zu knacken war.
Mit deutlichem Vorsprung überquerte er die Ziellinie mehr als zweieinhalb Sekunden vor Edoardo Mortaras Mahindra und fuhr zudem die schnellste Rennrunde.
Teamkollege Müller komplettierte ein starkes erstes Rennen für Porsche als Vierter, nachdem er sich von Startplatz 7 nach vorn gekämpft hatte.
Rennverlauf von Rennen 2
Von Startplatz 11 aus schaffte es Wehrlein bereits in der ersten Runde in die Top 10 und sprang auf Platz 9 nach vorn – vor Günther und dem Citroën von Nick Cassidy.
In einer Reihe taktisch geprägter Auftaktrunden – in einem Rennen, in dem Energiemanagement ohne Pit-Boost-Boxenstopps noch entscheidender war – lag er wenig später auf Platz 8 vor Zane Maloneys Lola.
Nach einem Drittel der Renndistanz war Wehrlein bereits Sechster, nachdem er den Citroën von Jean-Éric Vergne und Jake Dennis’ Andretti-Porsche überholt hatte.
Er verlor Positionen, als andere Fahrer ihren Attack Mode früher nahmen, doch als Wehrlein seinen später im Rennen einsetzte, arbeitete er sich wieder durchs Feld und lag fünf Runden vor Schluss erneut auf Platz 6.
In den Schlussrunden musste Wehrlein noch Plätze an Martí und Mitch Evans im Jaguar abgeben, sammelte mit Platz 8 aber dennoch vier wertvolle Punkte – und verteidigte damit seine frisch übernommene Führung in der Fahrermeisterschaft.
Das Porsche Formel E Team festigte zudem seine Position an der Spitze der Teamwertung, und Porsche tat das Gleiche an der Spitze der Herstellerwertung.
Kundensport
Andretti-Pilot Dennis startete und beendete Rennen 1 als Neunter, qualifizierte sich für das zweite Rennen jedoch in der ersten Startreihe neben Pole-Setter Mortara.
Allerdings wurde Dennis kurz nach der Hälfte des Rennens durch einen Reifenschaden ausgebremst, der ihn ans Ende des Feldes zurückwarf.
Teamkollege Felipe Drugovich zeigte am Sonntag eine starke Leistung, wurde mit Platz 12 jedoch nicht belohnt.
Cupra Kiro blieb am Samstag ohne Punkte, zeigte am Sonntag aber beeindruckenden Speed und unterstrich damit die Stärke des Porsche-99X-Electric-Pakets in Jeddah.
Ticktum und Martí wurden Fünfter und Sechster – das bislang beste Saisonergebnis des Teams.
Blick nach vorn
Die Formel E reist am 21. März für den ersten Madrid E-Prix auf die frühere Formel-1-Strecke in Jarama.
Jarama war im November 2024 Austragungsort des Vorsaison-Tests der Formel E, daher haben Fahrer und Teams mit diesen Autos bereits etwas Erfahrung dort.
Wehrlein und Porsche wollen ihren Meisterschaftsvorsprung in Rennen 6 von 17 weiter ausbauen.