Das Porsche Formel E Team startet beim Mexico City E-Prix die Feierlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum von Porsche Motorsport mit einer speziellen Lackierung als Hommage an die Carrera Panamericana.
In Anlehnung an das legendäre mexikanische Straßenrennen wird die komplett silberne Lackierung beim zweiten Saisonrennen der Formel E am 10. Januar zum Einsatz kommen.
Sie ist eine Hommage an den legendären 550 Spyder, mit dem Hans Herrmann 1954 einen Klassensieg bei der Carrera Panamericana errang.
Dieser Erfolg unterstrich nicht nur den frühen Status von Porsche im internationalen Motorsport, sondern trug auch zur Entstehung des ikonischen Porsche-Namens Carrera bei.
Herrmanns Rennfahrzeug und der hocheffiziente Porsche 99X Electric haben eine Parallele: Der 550 Spyder war das erste Porsche-Fahrzeug, das speziell für den Rennsport entwickelt wurde, und der 99X Electric ist das erste Fahrzeug, das Porsche ausschließlich für den elektrischen Motorsport konstruiert hat.
Der 550 Spyder schrieb 1954 nicht nur auf der Strecke Geschichte: Auf der Metallkarosserie des Autos prangten zahlreiche Firmenlogos von Sponsoren, die die Panamericana-Kampagne unterstützten.
Sponsoring war zu dieser Zeit im Motorsport noch ein neues Konzept und setzte sich erst viel später flächendeckend durch.
Einige der einprägsamsten Lackierungen aus 75 Jahren Porsche-Motorsport wurden maßgeblich durch Sponsoring beeinflusst. Sie trugen zu einer farbenfrohen Vielfalt bei, die das Porsche-Image im Rennsport bis heute prägt.
Carrera Panamericana: Das berüchtigte Rennen
Die Carrera Panamericana wurde von 1950 bis 1954 ausgetragen und galt als eines der gefährlichsten Rennen der Welt.
Über fünf Tage und neun Etappen hinweg führte das Rennen für Limousinen von Grenze zu Grenze fast vollständig über den neu gebauten Pan-Amerikanischen Highway, die mit dem Wettbewerb bekannt gemacht werden sollte.
Die erste Auflage des legendären Rennens wurde von Norden nach Süden ausgetragen, beginnend in Ciudad Juárez, Mexiko, mit Ziel an der Grenze zu Guatemala. Ab 1952 wurde in umgekehrter Richtung gefahren.
Porsche gab sein Debüt bei der dritten Austragung des Rennens, bevor 1953 der erste Klassensieg für einen Porsche folgte: Der Guatemalteke José Herrarte gewann in seinem 550 Spyder die Kategorie der kleinen Sportwagen.
Der Porsche 550 Spyder war das erste Rennfahrzeug, in dem der 1,5-Liter-Motor mit vier Nockenwellen eingesetzt wurde – eine für die damalige Zeit revolutionäre Technologie.
In Kombination mit der leichten Aluminiumkarosserie ermöglichte dieser Motor dem Auto Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h und ließ es schwerere Fahrzeuge mit Motoren schlagen, die mehr als dreimal so groß waren.
Noch mehr Erfolg gab es 1954, als Herrmann und Jaroslav Juhan in der Klasse der Sportwagen unter 1,5 Liter die Plätze eins und zwei sowie insgesamt Rang drei und vier belegten.
Herrmann absolvierte die 3.070 km mit einer kaum fassbaren Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,12 km/h.
Es war das letzte Mal, dass das Rennen ausgetragen wurde, doch sein Vermächtnis wirkt bis heute nach, und es gab mehrere Versuche, es wiederzubeleben.
Die Marke Porsche wurde damals im Rennsport geboren und nutzte, so wie heute, die Erkenntnisse von der Rennstrecke, um daraus Serienfahrzeuge zu entwickeln.
Das Rennen hatte einen so großen Einfluss, dass ein Jahr nach seiner letzten Austragung der Name Carrera an einen neuen Vierzylindermotor des 356 vergeben wurde.
Seither ist er untrennbar mit dem 911 verbunden – angefangen mit dem legendären 911 Carrera RS 2.7. Heute nutzt Porsche den Namen Carrera für seine 911-Basismodelle.
Im Jahr 2024 stellte Porsche Lateinamerika den 718 Spyder RS Panamericana Special vor, ein Unikat, das an Porsches größten Erfolg beim Rennen von 1954 erinnert.
Neues Jahr, neue Herausforderungen: Die Formel E ist zurück
Die Formel-E-Saison 2025/26 nimmt mit dem Mexico City E-Prix als zweitem Lauf eines Kalenders mit 17 Rennen wieder Fahrt auf.
Gefahren wird auf der 2,630-Kilometer-Variante des Formel-1-Kurses im Autódromo Hermanos Rodríguez, deren Highlight die Passage durch das Baseballstadion Foro Sol ist.
Nach dem Saisonauftakt in São Paulo im Dezember liegen zwei Porsche-Teams punktgleich an der Spitze der Wertung: Andretti Formula E und das Porsche Formel E Team.
Seit drei Vierteljahrhunderten treten bei Porsche Werks- und Kundenteams gemeinsam erfolgreich im Motorsport an – und diese Geschichte setzt sich bis heute fort.
"Historisch betrachtet, aber auch heute, ist Mexiko ein besonderer Ort für uns", sagt Laudenbach.
"Die Geschichte von Porsche im elektrischen Motorsport ist noch jung, aber gerade die Strecke in Mexico City prägt sie maßgeblich. Unser Werksteam holte hier 2020 die erste Pole-Position und 2022 den ersten Sieg in der Formel E.”
"Insgesamt war Porsche auf keiner anderen Formel-E-Strecke erfolgreicher. Die Lackierung feiert unsere Motorsportgeschichte und die mexikanischen Fans gleichermaßen. Sie ist zugleich ein Dank an ein Land, das uns in der Formel E jedes Jahr mit großer Herzlichkeit empfängt."
Das Team holte seine erste Pole-Position in Mexico City im Jahr 2020.
2022 gelang hier auch der erste Sieg des Porsche 99X Electric, als Wehrlein gemeinsam mit seinem damaligen Teamkollegen André Lotterer einen Doppelsieg feierte.
2023 sorgte Jake Dennis vom Andretti-Kundenteam für einen weiteren Porsche-Sieg in Mexiko, 2024 triumphierte Wehrlein erneut.
2025 folgte ein Doppelpodium mit António Félix da Costa auf Platz zwei und Wehrlein auf Rang drei.
Ex-Weltmeister Wehrlein hält in Mexiko sogar einen Rekord: Vier Pole-Positions auf derselben Strecke hat bislang nur er geschafft.
Racing for Charity
Wenn Porsche in seine siebte Formel-E-Saison startet, bringt das Team eine starke Botschaft gesellschaftlicher Verantwortung mit.
Unter dem Motto "Racing for Charity" spendet der Hersteller während der Saison 2025/26 für jede von den beiden Porsche 99X Electric des Werksteams absolvierte Rennrunde 400 Euro.
Beim Auftakt in São Paulo fuhren beide Werksfahrzeuge jede Runde zu Ende und legten so den Grundstein der Kampagne mit einer Spendensumme von 24.000 Euro.
Die Spenden kommen drei gemeinnützigen Organisationen zugute: Kinderherzen retten e.V., Interplast Germany e.V. und der Ferry Porsche Stiftung.
Kinderherzen retten e.V. unterstützt Kinder aus Entwicklungsländern, die mit angeborenen Herzfehlern zur Welt gekommen sind.
Interplast Germany widmet sich der humanitären plastisch-rekonstruktiven Chirurgie und operiert junge Patientinnen und Patienten in Entwicklungsländern, die unter Weichteildefekten durch Unfälle, Verbrennungen, Tumoren oder angeborene Fehlbildungen leiden.
Das 2023 gestartete Programm hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 2,4 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke generiert. Zuvor richteten sich die Spenden nach den von Porsche Penske Motorsport bei den 24 Stunden von Le Mans absolvierten Runden.
Die Initiative wurde nun auf die Formel E ausgeweitet und ist durch spezielle Branding-Elemente auf den beiden Porsche 99X Electric sichtbar.
"Unser Werksteam fährt in dieser Saison nicht nur um Weltmeistertitel, sondern auch um die höchstmögliche Spendensumme", sagt Dr. Michael Steiner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie Vorstand für Forschung und Entwicklung.
"Porsche nimmt seine soziale Verantwortung seit jeher ernst. Mit Racing for Charity setzen wir unsere Unterstützung für schwerkranke Kinder weltweit fort – nun bereits zum vierten Mal. Wir freuen uns sehr, die Initiative jetzt auch in die Formel E zu bringen."